PRESSEMITTEILUNG
Intertainment AG nimmt umfangreiche Wertberichtigungen und Abschreibungen vor
Positive Zukunft wird geprägt von drei Geschäftsbereichen
Ismaning b. München, 6. Mai 2002 - Das Geschäftsjahr 2001 der Intertainment AG war geprägt von dem
Rechtsstreit mit dem amerika-nischen Filmproduzenten Franchise Pictures. Bisher konnte keine außergerichtliche Einigung
zwischen dem Medienunternehmen mit Sitz in Ismaning bei München und Franchise Pictures erzielt werden.
Nach jüngsten Presseberichten geht die Intertainment AG davon aus, dass ein Teil der Filmrechte, die vom Rechtsstreit
betroffen sind, an Dritte, unter anderem die Kirch Media, veräußert wurden. Die Klägerin Intertainment Licensing GmbH
hat daher unverzüglich einen Antrag auf gerichtliche Pfändungsverfügung - einen sogenannten "writ of attachment"
- über das Vermögen von Franchise eingereicht. Der Antrag wurde am 29. April 2002 vor dem US-Bundesgericht in Los
Angeles gehört. Eine Entscheidung hierüber wird in den nächsten Wochen erwartet. Verhandlungstermin für den
Betrugsprozess gegen Franchise ist der 19. November 2002.
Auf Grund dieser Drittlizenzierung und unter Berücksichtigung der Bonität von Franchise und der Insolvenz der Kirch
Media, hat Inter-tainment die Anzahlungen auf die streitbehafteten Filmrechte vorsorg-lich weitgehend abgeschrieben. Der
Teil der Filmrechte, der von Warner Brothers ausgewertet wird, und die daraus resultierenden Erträge begründen
indessen weiterhin einen werthaltigen Schadenser-satz.
Dies hat sich auch in den Zahlen für das Geschäftsjahr 2001 deutlich niedergeschlagen. Die Intertainment AG hat ein
Ergebnis der gewöhn-lichen Geschäftstätigkeit von minus 6 Millionen Euro erzielt nach plus 10,7 Millionen Euro im
Vorjahr. Dieses Ergebnis beinhaltet eine Abschreibung von 25 %, in Höhe von 5 Millionen Euro für SightSound. Das EBIT,
bedingt durch das außerordentliche Ergebnis, ging auf minus 100,2 (im Vorjahr: plus 16,2) Millionen Euro zurück. Der
Jahres-fehlbetrag lag bei 86,8 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2000 konnte die Intertainment AG noch einen Überschuss
von 5,6 Millionen Euro ausweisen.
Insgesamt hat die Intertainment AG einen außerordentlichen Aufwand in Höhe von 142,4 Millionen Euro für das Geschäftsjahr
2001 ausge-wiesen. Davon entfallen auf das Filmvermögen Abschreibungen in Höhe von 59,6 Millionen Euro wegen der
marktbedingt notwendigen Neubewertung von Filmrechten. 82,8 Millionen Euro stehen in unmit-telbarem Zusammenhang mit dem
Franchise-Rechtsstreit. Diese entfallen auf Abschreibungen auf geleistete Anzahlungen, Vorsorgen für Lizenzverkäufe,
Zuführungen zu den Rückstellungen und die Rückabwicklung von Lizenzverkäufen.
"Mit diesen Wertberichtigungen, Abschreibungen und Vorsorgemaß-nahmen haben wir reinen Tisch gemacht", erklärte
Rüdiger Baeres, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, auf der Bilanzpressekonfe-renz in München die Maßnahmen.
"Wir können nunmehr unbelastet in die Zukunft gehen."
Diese Zukunft von Intertainment steht auf drei Säulen. Das sind: Filmproduktion, SightSound Technologies und
Merchandising. Die Sparte Filmproduktion ist dabei der derzeit wichtigste Bereich. "Der Wandel vom reinen Rechtehändler
zum Filmproduzenten war hier ein entscheidender Schritt und bringt neue Perspektiven", betont Rüdiger Baeres. Die
Verträge mit dem Produzenten Arnold Kopelson und Paramount Pictures, einem der führenden Studios der amerikanischen
Filmindustrie sind wesentliche Meilensteine. Die ersten Projekte mit Kopelson sind in unterschiedlichen
Entwicklungsstufen. Am weitesten fortgeschritten sind die Arbeiten für "Blackout". Die Dreharbeiten für
diesen Thriller sollen im Juli starten. Der Film mit einem Budget zwischen 50 und 70 Millionen US-Dollar soll im Frühjahr
2003 in den amerikanischen und mit einer geringfügigen Zeitverschiebung in den deutschen Kinos anlaufen.
In SightSound Technologies sieht Intertainment eine Investition in die Zukunft. An dem Unternehmen, das das Patent für
den digitalen Audio- und Video-Download über Telekommunikationsleitungen aller Art in den USA besitzt, hält die
Intertainment AG als größter Einzelaktionär 24,4 % der Anteile. Mit dieser von SightSound entwickelten Technolo-gie
ist es möglich, mehrere hundertausend Filme oder Musikstücke verschlüsselt und kontrolliert als Download anzubieten.
In dem digita-len On-Demand-Markt steckt erhebliches Wachstumspotenzial. "Allein für die USA gibt es Schätzungen,
die von einem Wachstum des Video On-Demand-Aufkommens auf 4 Milliarden US-Dollar für 2005 und einer weiteren
Verdoppelung des Umsatzes auf 8,2 Milliarden US-Dollar bis 2008 ausgehen", so Rüdiger Baeres.
Der Bereich Merchandising mit der Marke "Rudolph" entwickelt sich für Intertainment weiter erfreulich. Mit
mehr als 150 Lizenzprodukten war das rotnasige Rentier auch 2001 wieder ein Star im Weihnachtsge-schäft. Im Herbst
diesen Jahres kommt mit "Rudolph II" ein neuer Film auf den Markt.
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